Ein Klavier hochkant transportieren zu wollen, klingt zunächst praktikabel – schließlich steht ein Klavier im Alltag ebenfalls aufrecht. Dennoch ist ein Transport in dieser Position mit erheblichen Risiken verbunden. Ein Klavier wiegt je nach Modell zwischen 150 und 250 Kilogramm. Neben dem hohen Gewicht sind es vor allem die empfindliche Mechanik, der Resonanzboden und die Spannung der Saiten, die besondere Sorgfalt erfordern. Wer hier unprofessionell vorgeht, riskiert teure Schäden an Instrument und Gebäude.
Ist es sicher, ein Klavier hochkant zu transportieren?
Grundsätzlich gilt: Ein Klavier wird bereits in aufrechter Position gebaut und gelagert. Beim Transport kommt es jedoch auf die exakte Ausrichtung an. „Hochkant“ bedeutet im professionellen Kontext nicht, das Instrument zusätzlich zu kippen oder auf eine schmale Seite zu stellen. Ein seitliches Aufrichten – etwa auf die Tastatur- oder Rückwandseite – kann die Statik des Gehäuses massiv belasten. Dadurch können sich Rastenkonstruktion, Stimmstock oder Resonanzboden verziehen.
Professionelle Klavierspediteure transportieren ein Klavier in der Regel in seiner normalen Standposition, sichern es jedoch mit Transportgurten, Schutzdecken und speziellen Rollbrettern. Ein vollständiges Kippen auf die Seite erfolgt nur in zwingenden Situationen, etwa bei engen Treppenhäusern, und ausschließlich mit geeigneter Technik und ausreichend Personal.
Risiken beim Klaviertransport in aufrechter Position
Wer ein Klavier hochkant transportieren möchte, sollte folgende Risiken kennen:
- Mechanische Schäden: Die innenliegende Hammermechanik reagiert empfindlich auf starke Erschütterungen.
- Verstimmung: Schon kleinere Stöße können die Saitenspannung beeinflussen.
- Gehäuseschäden: Furnier und Lack sind stoßanfällig.
- Personen- und Gebäudeschäden: Unsachgemäßer Transport kann zu Verletzungen oder beschädigten Treppengeländern, Wänden und Böden führen.
Besonders kritisch wird es bei engen Kurven oder steilen Treppen. Hier entstehen hohe Hebelkräfte, die das Gewicht des Instruments unkontrollierbar machen können.
So transportieren Profis ein Klavier richtig
Wenn ein Klavier hochkant transportiert werden soll, gehen Fachbetriebe systematisch vor:
- Demontage von losen Bauteilen wie Notenpult oder Rollen
- Schutzverpackung mit gepolsterten Decken
- Fixierung mit professionellen Spanngurten
- Verwendung eines speziellen Klaviertransportrollers
- Sicherung im Transportfahrzeug mit Antirutschmatten und Wandverankerung
Zusätzlich wird das Instrument nach dem Transport häufig neu gestimmt, da Temperatur- und Lageveränderungen Einfluss auf die Stimmung nehmen.
Fazit: Klavier hochkant transportieren nur mit Fachwissen
Ein Klavier hochkant transportieren ist grundsätzlich möglich, jedoch nur unter kontrollierten Bedingungen und mit geeigneter Ausrüstung. Improvisierte Lösungen oder der Versuch, das Instrument alleine zu bewegen, führen häufig zu Schäden, deren Reparaturkosten den Wert des Klaviers schnell übersteigen können. Wer langfristig Freude an seinem Instrument haben möchte, sollte daher auf professionelle Unterstützung setzen und den Transport sorgfältig planen.





